RELIEF "DER KAMPF UM LEBEN UND TOD"

Das Relief ist ein Frühwerk Ludwig von Schwanthalers (1802-1848) und zierte den Eingang des „Anatomischen Theaters“ der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Das Gebäude wurde im Vorgriff auf die Verlegung der Universität von Landshut nach München 1825 auf dem Areal des heutigen Klinikviertels eröffnet. Die Baupläne zeichnete Leo von Klenze in enger Abstimmung mit dem Akademiepräsidenten Ignatz Döllinger. Das Auditorium für den anatomischen Unterricht bot für 220 Mediziner Platz. Zu dem Institut gehörte außerdem eine Leichenhalle, ein Seziersaal und ein Depot für die Lehrsammlung der Präparate. Das Portal der „Anatomie“ gestaltete Klenze als eine Hadespforte, die den Übergang vom Leben zum Tod versinnbildlichte. Zwischen Türsturz und Architrav war das Relief Schwanthalers eingepasst. Es zeigte den „Kampf des Menschen mit den feindlichen Mächten des Schicksals“, die in Gestalt zweier Sphingen dargestellt sind. Gemäß der antiken Mythologie geleiteten sie die Toten ins Jenseits. Die „Alte Anatomie“ lag an der heutigen Schillerstraße und wurde im zweiten Weltkrieg zerstört. Bei dem 2006 in Privatbesitz aufgefundenen Relief wurden Beschädigungen unsachgemäß ergänzt. Der rechte Unterschenkel der Figur war ursprünglich nicht entlang der Basis ausgestreckt, sondern in perspektivischer Verkürzung angewinkelt. Das Relief gelangte 2007 ins Münchner Stadtmuseum, das den zeichnerischen Nachlass Schwanthalers mit über 2.000 Entwürfen bewahrt, darunter auch die 1824 datierte Vorzeichnung für das Relief der Anatomie.  (aus „Typisch München“ Jubiläumsbuch von Wolfgang Till und Thomas Weidner)

PERSEUS BRUNNEN

Durch eine Restaurierung haben die Bayerische Schlösserverwaltung und die Renate und Falk Strascheg Stiftung für Kunst, Kultur und Denkmalpflege die über 400 Jahre alte Bronzegruppe "Perseus und Medusa" vor dem Verfall gerettet. 

Nach vier Jahrhunderten unter freiem Himmel war die Oberfläche der Bronze so angegriffen, dass sie restauriert werden musste. Die Arbeiten konnten innerhalb eines Jahres fertig gestellt werden. Ein Abguss ziert nun den Perseusbrunnen im Grottenhof der Residenz, das wertvolle Original wird in der so genannten zweiten Paramentenkammer in der Residenz präsentiert. 

Hubert Gerhard schuf die Bronze, die zu den bedeutendsten europäischen Bronzeplastiken der späten Renaissance zählt, für Herzog Wilhelm V. von Bayern um 1585/90 nach den Entwürfen von Friedrich Sustris als Bekrönung des zentralen Brunnens im Grottenhof. 

Im Zuge der Arbeiten am Perseusbrunnen wurde auch die Brunnentechnik wie die Wasseraufbereitung und der Wasserumlauf erneuert: Aus dem Haupt der Medusa und aus ihrem Rumpf strömt ihr "Blut" in dünnen Wasserstrahlen in das Brunnenbecken. Die Abgüsse wurden im klassischen Bronzegussverfahren hergestellt. 

Die Originale werden in der so genannten zweiten Paramentenkammer präsentiert, einem an der Residenzstraße gelegenen, gewölbten und stuckierten Raum, der auf die Zeit um 1600 zurückgeht. Die Paramentenkammern sind langfristig als Ausstellungsräume für Bronzen vorgesehen. Die Präsentation der Gruppe "Perseus und Medusa" bildet somit den Anfang eines neuen Museumsbereiches in der Residenz. Die Besucher können die Räume täglich im Nachmittagsrundgang des Residenzmuseums besichtigen. Der Grottenhof ist täglich im Vormittags- und Nachmittagsrundgang zugänglich. 

FLIEGENDER MERKUR

Die vergoldete Bronzestatue des Merkur erstrahlt im neuen Glanz. Die Bayerische Schlösserverwaltung präsentierte im Grottenhof der Münchner Residenz den restaurierten „Fliegenden Merkur“, der mit Hilfe der Renate und Falk Strascheg Stiftung wiederhergestellt werden konnte. 

Nach über vier Jahrhunderten in der offenen Grottenhalle war die Oberfläche der Bronze so angegriffen, dass sie restauriert werden musste. Die Arbeiten dauerten rund fünf Monate. Nach Freilegung der noch verbliebenen vergoldeten Oberfläche präsentiert sich der „Fliegende Merkur“ von Carlo di Cesare del Palagio aus dem Jahr 1587 nun wieder in seiner ursprünglichen Feuervergoldung. Mit dieser qualitätsvollen Oberfläche ist die über zwei Meter hohe Bronzefigur ein einzigartiges Werk des 16. Jahrhunderts. Die originale Feuervergoldung kam unter massiven Verkrustungen und Korrosionen zum Vorschein. Eine Wachsschicht schützt nun die ursprüngliche Vergoldung. Restauriert wurde zudem das eiserne Stützgerüst. Im Zuge der Arbeiten an der Merkurfigur wurde auch die Wassereinspeisung neu installiert. Auch die vier kleineren und das größere Wasserbecken der Grottenwand wurden wieder auf Hochglanz gebracht. 

Nur durch die großzügige Finanzierung der Renate und Falk Strascheg Stiftung für Kunst, Kultur und Denkmalpflege war die Restaurierung des fliegenden Merkur und die Instandsetzung der Wasserführung der Grottenanlage möglich. 

Der vergoldete Merkur ist die „Schlüsselfigur“ im Grottenhof der Münchner Residenz. Als fliegender Götterbote, der real aus dem Götterhimmel herabzuschweben scheint, vermittelt er zwischen den Szenen in den Wandbildern der Grottenhalle mit Darstellungen der olympischen Götterwelt und dem Gartenhof, in dem der Herzog und seine geladenen Gäste lustwandelten. Im Typus orientiert sich der vergoldete Merkur an Merkurstatuen des seinerzeit europaweit hoch geschätzten, insbesondere in Florenz tätigen Bildhauers Giovanni da Bologna – etwa der berühmten Figur im Bargello (Florenz) von 1580, die ebenfalls auf einem Windstoß balanciert.